Der Hamsterrad – Lauf

Heute wird unser Kleiner getauft. Somit liegt ein ziemlich ereignisreicher Sonntag vor mir und der Family. Aber bis es losgeht, ist noch etwas Zeit.
Während der Rest der Familie also noch friedlich vor sich hin schlummert, habe ich mich schon mal ins Esszimmer geschlichen, Kaffee gekocht und es mir gemütlich gemacht, um für euch ein bisschen von meiner Woche zu berichten. Gerade geht die Sonne auf und taucht das ganze Zimmer in ein warmes Gelb. Die Katze hat sich jetzt auch noch zu mir gesellt, ach, einfach herrlich! So darf ein Sonntag Morgen gerne mal sein.

Wenn ich an die letzten Tage denke, fällt mir auf, dass meine Sätze meistens mit „Ich muss noch schnell…“, Ich wollte noch…“ oder ich könnte vielleicht…“ beginnen und sich mein Leben ein bisschen wie ein „Hamsterrad – Lauf“ anfühlt.
Denn es müssen Kind, Mann, Haushalt, Arbeit (Schreiben) und Freizeit unter einen Hut gebracht werden. Das sieht dann in etwa so aus: Das Kind bespaßen, nebenbei von einem ins andere Zimmer flitzen, um aufzuräumen oder zu putzen (oder einen Spurt in den Keller machen um eine Ladung Wäsche zu waschen) und währenddessen gedanklich parallel die nächste Szene im Roman durchzugehen und die anstehenden to-do’s nicht aus dem Auge zu verlieren. Macht das Kind dann ein Schläfchen, schnell an den PC und eine Szene schreiben, die ich bereits (neben dem eben hier beschriebenen Ablauf) auf einem immer bereitliegenden Block vorher skizziert habe. Nicht zu vergessen die zahlreichen Treffen mit unseren Freunden und Einkaufen müssen wir ja auch hin und wieder. Dann wird das Schreiben auf abends verlegt, was es noch ein bisschen kniffeliger macht, denn nach solchen Tagen ist man ja abends meistens müde.

„Klingt echt anstrengend“, denkt ihr jetzt vielleicht. Und wisst ihr was? Ist es auch!
Aber (dick und fett und dreimal unterstrichen), anders ist es nicht möglich, wenn ich mir meinen persönlichen Schriftstellertraum erfüllen möchte.
Und damit mir die Motivation bei dieser Anstrengung nicht flöten geht, habe ich mir diese Woche immer morgens beim Frühstück (stehend in der Küche) eins der Videos von Annika Bühnemann („Vom Schreiben leben“) auf YouTube angesehen. Und das hilft ungemein. Das gibt Kraft, das motiviert, bringt einen wieder auf Kurs.
Denn das ist es was ich will, vom Schreiben leben zu können. Mein Traum, mein Weg, mein Ziel (und zwar nicht erst in zehn Jahren).
Das ist es was mich erfüllt, was mich glücklich und zufrieden macht.
Und dafür trete ich gerne jeden Tag erneut meinen ganz persönlichen „Hamsterrad – Lauf“ an.

 

Der verlorene Text

Heute geht es also los. Ihr könnt mich ab jetzt jede Woche bei der Entstehung meines dritten Romans begleiten.
Ich freue mich schon darauf, denn dann fühle ich mich nicht so alleine, während die neue Geschichte entsteht.
Ihr habt natürlich jederzeit die Möglichkeit, mir über die Kommentarfunktion etwas zu schreiben oder natürlich auch per Mail oder über Facebook.

Aber jetzt wollen wir endlich starten.
Wenn ich auf die Woche zurückblicke, war sie doch sehr erfolgreich. Ich habe es tatsächlich geschafft, die Schlafenszeiten meines Sohnes auszunutzen, um meinen dritten Roman voranzubringen. Ich habe es geschafft, einfach das Chaos um mich herum auszublenden und los zuschreiben.  Und ihr könnt mir glauben, das ist mir nicht leicht gefallen! Aber da diese Momente nun mal die einzige Möglichkeit sind, am Tag zu schreiben, sind sie unendlich kostbar für mich geworden. Also Computer an und fleißig in die Tasten gehauen! Doch dann kam der Mittwoch und das Drama nahm seinen Lauf…
Denn mein neues Schreibprogramm, Patchwork, schickte einfach von einer auf die andere Sekunde eine Stunde Arbeit ins Nirwana. Ohne Vorwarnung! Es waren durchaus dramatische und schmerzhafte Sekunden, bis mir wieder einfiel, dass mir das Gleiche an dieser Stelle bereits einmal passiert war und ich mir vorgenommen hatte, meine Texte erst in Word zu schreiben und anschließend in Patchwork zu kopieren. Mein Gedächtnis, im Moment leider nicht das Zuverlässigste, hatte mich einfach im Stich gelassen und mich nicht vorher gewarnt, sondern mir die wichtige Info erst im Nachhinein zugespielt. Das ist schlicht und ergreifend Pech!
Naja, meckern und heulen half nichts, ich musste versuchen, den Text am Abend zu rekonstruieren. Was leider nicht so einfach ist, denn wer kann sich noch an einen Text im Detail nach 8-10 Stunden erinnern? Ich nicht.

So musste ich eine kostbare Stunde Arbeit mit teurem Lehrgeld bezahlen. Jetzt schreibe ich meine Texte vor. Das ist nicht sehr effizient, aber eines auf jeden Fall – sicher!